Ersetzt KI Strategen? Einen Teil der Arbeit schon.
Ein Teil strategischer Arbeit wird durch KI ersetzbar. Daraus folgt weder, dass Strategie verschwindet, noch dass Erfahrung ihren Wert verliert.
Die Frage ist, welche Aufgaben weniger menschliche Produktionszeit brauchen und wofür Agenturen künftig bezahlt werden.
Die Aufgaben auseinandernehmen
Recherche lesen, Briefs prüfen, Wettbewerber vergleichen, Daten deuten, mit Account sprechen, Hypothesen entwickeln, Ideen diskutieren. „Strategie“ ist kein einzelner Arbeitsschritt.
Untersuchungen wie das HBS-/BCG-Experiment zeigen aufgabenabhängige Effekte. Sie liefern keine Beschäftigungsprognose für Agenturstrategen.
Quelle: HBS und BCG: Navigating the Jagged Technological Frontier.
Nach dem ersten Stand beginnt die Prüfung
Ein fundierter erster Stand gibt etwas zum Widersprechen. Das Team muss trotzdem Diagnose, innere Logik und kreatives Potenzial beurteilen.
Welche Kundenmeinung muss herausgefordert werden? Welcher Konflikt ist den Aufwand wert? Lege fest, wie KI-Arbeit überprüft wird. So verbindet Mirel Vorarbeit und Urteil.
Solide Produktion wird günstiger
Analyse, Interpretation und erste Entwürfe können schneller werden. Rollen, deren Wert hauptsächlich darin liegt, geraten dadurch unter Druck.
Wertvoll bleiben richtige Diagnosen, Auswahl, Abwägung und Zusammenarbeit. Erfahrenes Unbehagen kann ein Warnsignal sein: Die Position ist plausibel und trotzdem kulturell leblos. Auch dieser Instinkt muss geprüft werden.
Brauchen Agenturen weniger Strategen?
Das ist plausibel, aber keine gesicherte Personalprognose. Günstigere Vorarbeit kann zugleich mehr Nachfrage erschließen: kleinere Etats, übergangene Briefs und bisher unbezahlbare Fragen.
Kartiere Aufgaben, Betreuung und Nachfrage, bevor du Stellen veränderst. Die Stanford-Forschung zu jungen Beschäftigten ist beobachtend und sagt nicht voraus, wie viele Agenturrollen verschwinden. Der Lernweg des Nachwuchses muss in jedem Fall bedacht werden.
Quelle: Stanford: Canaries in the Coal Mine, Stand August 2026.
Auswahl muss ihren Wert zeigen
Wenn weitere Optionen billig sind, wird begründete Auswahl wichtiger. Warum dieser Weg? Welche Alternativen wurden verworfen? Was ermöglicht die Entscheidung?
Nutze gewonnene Zeit für schwierige Gespräche, kreative Zusammenarbeit und folgenreiche Entscheidungen. Unabhängige Agenturen brauchen dafür keine Kopie jeder Netzwerktechnologie.
Was Auftraggeber erwarten
Im GWA KI-Whitepaper 2026 nannten 170 befragte Unternehmensverantwortliche kreative Führung und Markenführung mit 44,7 Prozent, Daten und Insights mit 42,9 Prozent sowie KI-Kompetenz und strategische Beratung mit jeweils 40 Prozent. Schnelle, skalierbare Produktion lag bei 22,9 Prozent. Mehrfachnennungen waren möglich.
Die nicht repräsentative Befragung zeigt Erwartungen, keine künftigen Budgets. Auftraggeber erwarten eine Kombination. Externes Urteil verdient seinen Wert, wenn es eine Entscheidung und die folgende Arbeit verbessert.
Die menschliche Arbeit wird wichtiger
Neugier, Systemverständnis und echtes Interesse an Menschen bleiben gute Auswahlkriterien. Prompting lässt sich lernen, Tools ändern sich.
Mit Erfahrung wächst die Aufgabe, zwischen Kunde, Account und Kreation wirksam zu sein. Nicht jeden Streit gewinnen. Sondern wissen, welcher die Arbeit besser macht.
Der Nachwuchs braucht einen neuen Lernweg
Recherche, erste Analyse und Präsentationsvorbereitung waren Lernarbeit. Wenn KI einen Teil übernimmt, muss die Agentur die Erfahrung dahinter anders ermöglichen.
Früher an Gesprächen teilnehmen, Schlüsse erklären, Belege prüfen, Entscheidungen vor erfahrenen Menschen vertreten. Die GWA-Zahlen zu geplanten Rollen und Einsparungen sind Selbstauskünfte kleiner Teilgruppen, keine Personalprognose.
Nutze dieselben Qualitätskriterien und prüfe Entscheidungen statt nur fertiger Slides. Für Mirel zählt, ob gewonnene Zeit die verantworteten Gespräche und Entscheidungen verbessert.
