Warum KI Kundenkontext behalten muss
„Die Zielgruppe ist preisbewusst.“ Gemeint war vielleicht: meistens, mit wichtigen Ausnahmen. Die Einschränkung steckt im Kopf des Teams und fehlt im neuen Chat.
Agenturen sammeln Hunderte solcher Details. Was zählt für den Kunden? Welche Entscheidung gilt? Welche scheinbar wichtige Präsentation ist längst überholt?
Dokumente sind noch kein gepflegtes Gedächtnis
Ein Upload kann aktuelle und alte Markenstrategien, unfreigegebene Vorschläge und einzelne Stakeholdermeinungen enthalten.
Mehr Material sagt dem System noch nicht, welcher Aussage es folgen soll. Es braucht eine Ordnung der Gültigkeit.
Kontext braucht Status
Beleg, vereinbarte Entscheidung, Hypothese, Präferenz oder Historie: Diese Unterschiede müssen erhalten bleiben.
Woher stammt die Information? Seit wann gilt sie? Wurde sie ersetzt? Das bestimmt, welche Verantwortung KI übernehmen kann.
Das Wissen gehört ins Team
Menschen wechseln Etats. Projekte pausieren. Teams übernehmen. Wissen im persönlichen Chat hilft dann nur begrenzt.
Ein gemeinsamer Kundenkontext muss zugänglich bleiben. Sonst ist wieder die Person am Chat der gesamte Prozess.
Gedächtnis kann Vorurteile konservieren
„Der Kunde kauft keinen Humor.“ „Diese Zielgruppe interessiert Nachhaltigkeit nicht.“ Manchmal ist das Erfahrung, manchmal Folklore aus einem einzigen Meeting.
Herkunft, Sicherheit und ein Weg zum Widerspruch gehören zum Gedächtnis. Eine Überzeugung darf nicht allein durch Wiederholung zur Wahrheit werden.
Speichern und Auswählen sind zwei Aufgaben
Gedächtnis hält verfügbar, was bleiben darf. Kontextauswahl entscheidet, was die aktuelle Aufgabe tatsächlich braucht.
Retrieval-Experimente wie „Lost in the Middle“ zeigen Grenzen der Kontextnutzung in getesteten Modellen. Prüfe deshalb mit eigenem Material, welche Quelle tatsächlich in eine Entscheidung einfließt.
Vergessen gehört dazu
Marken ändern sich. Belege veralten. Annahmen werden widerlegt. Ein System muss aufhören können, überholte Aussagen zu verwenden.
Prüfe Mirels Übergaben zwischen Aufgaben daran, ob relevante Entscheidungen bleiben und ersetzte Entscheidungen ihren Status verlieren.
